Mi 13. Oktober: Fantasmofonika - "Banchetto Musicale"

Plakat 13.10.2010Als Johann Hermann Schein 1617 in Leipzig seine Suitensammlung Banchetto Musicale veröffentlichte, vermerkte er auf dem Titelblatt der Stimmbücher: "auff allerley Instrumenten, bevoraus auff Violen, nicht ohne sonderbahre gratia, lieblich und lustig zu gebrauchen". Weiter heißt es in einer Mitteilung: "Lieber Musicant, allhier hastu abermals ein Wercklein, Banchetto Musicale intitulieret, darin wirstu finden Padouanen, Gagliarden, Courenten und Allemanden, welche in der Ordnung allwege also gesetzet, daß sie beydes in Tono und inventione einander fein respondieren. Brauche diese zu deinem Behuff."
An diese Vorgaben des Komponisten wird das Ensemble Fantasmofonika sich genau halten... Ein Blick auf die Instrumente, die das Ensemble zum Einsatz bringt, lässt ungeahnte Klänge vermuten!

Mi 13. Oktober | 20 Uhr, Aula der Universität

Fantasmofonika: Banchetto Musicale
Suiten aus dem Banchetto Musicale (1617) von Johann Hermann ScheinBearbeitungen: Ketonge, Norman Eric Kunz, Johannes Nink, Oxana Omeltschuk, Simon Rummel (Improviser in Residence 2009 in Moers), Mark Steinhäuser

Fantasmofonika:
Ketonge Manfred Ruecker: Elektronisches Klangarchiv, Echtzeit-Effektprozessor
Simon Rummel: Tongenerator, Synthi, Bratsche, Kleininstrumente
Radek Stawarz: Geige
Christian Nink: Schlagzeug
Constantin Herzog: Kontrabass
Thomas Gläßer: Klavier
Johannes Nink: Tenorsaxophon
Oxana Omeltschuk: Casio-Keyboard, Stimme
Norman Eric Kunz: Querflöte
Johana Klein: Blockflöten

EINTRITT FREI!

Mi 27. Oktober: Kammermusikabend Violoncello

Plakat 27.10.2010Der in China geborene Cellist Shengzhi Guo lebt seit 2001 in Deutschland und studiert an der Hochschule für Musik und Tanz Köln in der Klasse von Prof. Maria Kliegel. Seit 2007 ist er beim Beethovenorchester Bonn engagiert und wurde 2009 dort erster Solocellist. In seinem Konzert präsentiert er, begleitet von Fan Yang am Klavier, 12 Variationen von Beethoven über das Thema "Ein Mädchen oder Weibchen" aus Mozarts Zauberflöte sowie Werke von Schumann (Adagio und Allegro op. 70), Debussy (Sonate in d-moll) und Britten (Sonate op. 65).

Mi 27. Oktober | 20 Uhr, Aula

Werke von L. v. Beethoven, R. Schumann, C. Debussy und B. Britten

Shengzhi Guo, Violoncello
Fan Yang, Klavier

EINTRITT FREI!

3. November: Goldberg-Variationen

Plakat 3.11.2010"Denen Liebhabern zur Gemüths-Ergötzung verfertiget" - so lautet es auf dem Titelblatt von Bachs Clavierübung IV. Diesem vierten Teil der Clavierübungen, der unter dem Titel Goldberg-Variationen zu Weltruhm gelangte, widmet der Pianist Nageeb Gardizi  diese Konzertabend. Gardizi, der als Moderator selbst durch sein Programm führt, wird mit seiner Faszination für dieses große Denkmal der Klaviermusik sicher nicht nur des Liebhabers Gemüt ergötzen.

Mi 3. November | 20 Uhr, Aula
Concerto Monumentale - Ein Konzert für Bach

Johann Sebastian Bach: Clavierübung IV - Goldberg-Variationen
Nageeb Gardizi, Klavier und Moderation

EINTRITT FREI!

6. November: Musik im Museum - La savuer de Paris. Zwei musikalisch-literarische Paris-Collagen

Grafik Lange Nacht der Kölner Museen 2010
Paris um die Jahrhundertwende: Zentrum der Moderne, Ort des freien Lebens und der Vervollkommnung eines Künstlers: Käthe Kollwitz (1867-1945), eine der bedeutendsten deutschen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts, war "bezaubert" von der französischen Kunstmetropole, die sie 1901 und 1904 besuchte. Sie bewegte sich in dem anregenden Bohèmekreis ihrer Studienfreundin Maria Slavona, bewunderte die Impressionisten, verehrte Rodin, den sie zweimal aufsuchte, erwarb einen frühen Picasso, und sah Werke der Neoimpressionisten und der Nabis, etwa von Georges Seurat oder Aristide Maillol.
Das Collegium musicum stellt in zwei musikalisch-literarischen Collagen Eindrücke aus der Hauptstadt der Künste zur Zeit der Jahrhundertwende vor:

Sa 6. November | 20 und 23 Uhr, Käthe Kollwitz Museum

20 Uhr: Rilkes Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge und Werke von Debussy für Cello und Klavier zeugen vom musikalischen und literarischen Impressionismus der Zeit.

23 Uhr: Hemingway und Fernande Olivier, Picassos erste Lebensgefährtin, lernen Bohémiens des Montmartre kennen. Kompositionen von Gabriel Fauré und Jaques Offenbach unterstreichen die amüsanten Erzählungen schwungvoll.

Katja Heinrich, Schauspielerin | Florian Hoheisel, Violoncello | Eleonora Reznik, Klavier

Veranstaltung im Rahmen der Langen Nacht der Kölner Museen.
Eintrittskarten zum Preis von 15 EUR sind ab Oktober 2010 im Vorverkauf und an den Abendkassen bei den beteiligten Häuser erhältlich.

17. November: Ein Jahrhundert Neuer Klaviermusik - 1909-2009

Plakat 17.11.2010Als Ersatz für das verschobene Schlüsselwerk-Konzert des e-mex neue musik ensemble mit Xenakis' Eonta, das am 1. Juni 2011 nachgeholt wird, bieten das Collegium musicum, der Klang-Köln e.V. und ON - Neue Musik Köln einen Klavierabend mit spektakulärer und revolutionärer Klaviermusik der letzten 100 Jahre. Im Zentrum steht die monumentale Concord-Sonate von Charles Ives, in der der amerikanische Komponist bereits 1909 alle Brücken zur Tradition abbrach und einen wahrhaft entfesselten Klangkosmos erkundete.
Im ersten Teil erklingt der visionäre Zyklus Mana von André Jolivet (1935), der weit in die Zukunft spekuliert und auf Messiaen und Boulez vorausweist, das VII. Klavierstück von Karl-Heinz Stockhausen mit neuartigen Erkundungen des Resonanzverhaltens des Klaviers, der absurd virtuose Tango? von Conlon Nancarrow, den der kauzige Mexikaner 1984 erstmals nach Jahrzehnten wieder für einen menschlichen Instrumentalisten komponierte, sowie ein Stück des Pianisten Christoph Maria Wagner selbst - Quasi canon (2009) -, das strengste Konstruktion mit virtuoser Vehemenz verbindet.
Freuen Sie sich auf vier Sahnestückchen und eine Cremetorte der Neuen Klaviermusik!

Mittwoch, 17.11.2010 | 20 Uhr, Aula
Ein Jahrhundert Neuer Klaviermusik 1909-2009

André Jolivet: Mana (1935)
Karl-Heinz Stockhausen: Klavierstück VII (1954-55)
Conlon Nancarrow: Tango?(1984)
Christoph Maria Wagner: Quasi canon 1:2-2:3-3:4-1:1 (2009)
Charles Ives: Piano Sonata No. 2 Concord, Mass., 1840-1860 (1909-15)
 
Christoph Maria Wagner, Klavier
Filine Precht, Flöte (bei Charles Ives)

EINTRITT FREI!

11. und 12. Dezember: Magnificat - Weihnachtskonzert

Plakat 11. und 12.12.201011.12.2010, 19 Uhr, Hist. Rathaus zu Köln
12.12.2010, 18 Uhr, Trinitatiskirche

J. S. Bach: Magnificat | A. Pärt: Magnificat Antiphonen | F. Mendelssohn Bartholdy: Magnificat
 
Nadine Balbeisi, Sopran
Raminta Babickaite, Alt
Michael Müller, Altus,
Immo Schröder, Tenor
Fabian Hemmelmann, Bass
Kammerchor und Kammerorchester der Universität zu Köln
Leitung: Michael Ostrzyga

Das Magnificat von Felix Mendelssohn Bartholdy, ein Frühwerk des Komponisten, greift auf barocke Vorbilder wie das bekannte Bach’sche Magnificat zurück. Beide Werke bilden den Rahmen für das Weihnachtskonzert des Collegium musicum der Universität zu Köln, wobei in der Bach’schen Vertonung auch die weihnachtlichen Einlagesätze seiner Frühfassung zu hören sind. Zwischen beiden Werken erklingen die Sieben Magnificat Antiphonen für Chor a cappella des estnischen Zeitgenossen Arvo Pärt von 1989.

12. Januar: Klavierabend

Plakat 12.01.2011Die 15 dreistimmigen Sinfonien Johann Sebastian Bachs sind nur selten klingend im Konzertsaal wiederzufinden und stehen - zu Unrecht - im Schatten seiner größer angelegten und häufiger im Repertoire auftauchenden Klavierwerke.
Der Pianist Klaus Oldemeyer widmet sich dem gesamten Zyklus, dessen Sinfonien Bach nicht nur als Spielübungen angesehen hat, sondern auch als Kompositionsmuster, die die schöpferische Ader des sich mit ihnen auseinander setzenden Musikers wecken und beflügeln. Oldemeyer hat zwischen den Sinfonien je ein neues Interludium eingefügt. Zum großen Teil handelt es sich um speziell für diesen "Zwischenraum" komponierte Auftragswerke u. a. von Dinescu, Kornbichler, Kröll, Lennartz, Lonquich, Ostrzyga, Prasqual, Redmann, Schapira-Marinescu, Sobol und Soiron, die von Oldemeyer uraufgeführt werden. Nicht nur werden dadurch im Sinne des Präludierens die tonartlichen Klüfte überbrückt, die teilweise zwischen den aufeinander folgenden Sinfonien bestehen. Der Zyklus wird vielmehr auf diese Weise in einem besonderen, in die heutige Zeit übertragenen Bachschen Sinne und in direkter Auseinandersetzung mit der Gegenwart "nach"- und "weiterkomponiert".

Klavierabend
Mi 12. Januar | 20 Uhr, Aula

J. S. Bach: 15 dreistimmige Sinfonien mit neuen Interludien von
Dinescu, Kornbichler, Kröll, Lennartz, Lonquich, Ostrzyga, Prasqual, Redmann, Schapira-Marinescu, Sobol und Soiron

Klaus Oldemeyer, Klavier

 

19. Januar: Songs and Dreams - Jazzchorkonzert

Plakat 19.01.2011In diesem Semester wartet Jazzchor der Universität zu Köln mit einem besonderen Highlight auf: Zum ersten Mal steht das Ensemble mit einer kompletten Jazz-Band auf der Bühne. Das Andreas Völk Quartett aus Osnabrück/Köln wird den Abend eröffnen und den zweiten Teil des Konzerts mit den ca. 65 Sängerinnen und Sängern zusammen bestreiten. Das Quartett mit den vier hervorragenden jungen Musikern wird zunächst ausschließlich eigene Stücke aus der Feder des Bandleaders spielen, die dieser allesamt als "Dreams" zu betiteln pflegt. Das Programm des Jazzchores dagegen setzt sich aus der gewohnten Mischung von Pop und Jazz-Nummern zusammen, die durch die intensive Zusammenarbeit mit dem Andreas-Völk-Quartett allesamt einen wunderbaren zeitgenössischen Jazz-Sound erhalten.

Songs and Dreams
Mi 19. Januar | 20 Uhr, Aula

Jazzchor der Universität zu Köln
Leitung: Dietrich Thomas

zu Gast: Andreas Völk Quartett
Andreas Völk, Gitarre; Laurenz Gemmer, Klavier
Kenn Hartwig, Bass; Thomas Sauerborn, Schlagzeug

Eintritt frei!

26. Januar: Orchesterkonzert

Plakat 26.01.2011Introvertiert-abgetönte Melodielinien, eine zurückgenommene Orchesterbegleitung und das fast ununterbrochen agierende Soloinstrument bestimmen Edward Elgars Cellokonzert von 1918/19. Die melancholische Stimmung des Konzerts interpretierten zahlreiche große Cellisten. Der junge Solist Valentin Priebus studiert Cello an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin und hat für 2011 das Ferenc-Fricsay-Stipendium des Deutschen Sinfonie-Orchesters Berlin erhalten.
Kraftvoll beginnt Schostakowitschs 5. Sinfonie. Seiner avantgardistischen Opernmusik wegen fiel der Komponist beim Regime in Ungnade, sollte aber die Möglichkeit einer "Rehabilitierung" erhalten. Viele verstanden seine 5. Sinfonie mit ihrem klassischen Zuschnitt als Abwendung von der Avantgarde. Gegenüber Solomon Volkow äußert der Komponist sich fast 40 Jahre später aber so: Was in der Fünften vorgeht, sollte meiner Meinung nach jedem klar sein. Der Jubel ist unter Drohungen erzwungen. So, als schlage man uns mit einem Knüppel und verlange dazu: "Jubeln sollt ihr, jubeln sollt ihr." Und der geschlagene Mensch erhebt sich, kann sich kaum auf den Beinen halten. Geht, marschiert, murmelt vor sich hin: "Jubeln sollen mir, jubeln sollen wir." Das ist doch keine Apotheose. Man muss schon ein kompletter Trottel sein, um das nicht zu hören.
Das Orchester der Universität Bonn ist im Rahmen eines regelmäßigen Austauschs mit dem Kölner Collegium musicum zum zweiten Mal unser Gast. Im Sommersemester 2011 gastiert das Kölner Uni-Orchester dann wieder in Bonn.

Orchesterkonzert
Mi 26. Januar | 20 Uhr, Aula

E. Elgar: Cellokonzert in e-moll, op. 85
D. Schostakowitsch: 5. Sinfonie in d-Moll, op. 47

Valentin Priebus, Violoncello
Orchester des Collegium musicum der Universität Bonn
Leitung: Walter L. Mik

Eintritt frei!
Zutrittskarten sind nicht erforderlich.

6. Februar: Semesterabschlusskonzert - Fauré Requiem u. a.

Plakat 3.2. und 6.2.Die sinfonische Orchestrierung seines Requiems von 1900 erstellte Fauré erst auf Wunsch seines Verlages. Die frühere, kleiner besetzte Fassung von 1893 setzt vor allem auf die tiefen Instrumente des Orchesters, was Faurés lyrischer Requiem-Vertonung ein außergewöhnliches, dunkles Klanggewand verleiht.
Zuvor erklingt im Konzert die Messe des pêcheurs de Villerville für Frauenchor und Kammerorchester, eine gemeinsame Komposition von Fauré (drei Sätze) und seinem Schüler André Messager (zwei Sätze)aus dem Jahre 1881. Fauré arbeitete zwei seiner Sätze später in die kurze Messe basse für Sopran Solo, Frauenchor und Orgel ein. Faurés Cantique de Jean Racine für Chor und Orchester (in einer unkonventionellen Neuorchestrierung von Christian Dellacher) und die berühmte Pavane für Orchester runden das Programm ab.

Semesterabschlusskonzert:
Gabriel Fauré, Requiem (Version 1893) u. a.
So 6. Februar | 17 Uhr, Trinitatiskirche

Gabriel Fauré:
Requiem (Version von 1893) für Sopran- und Baritonsolo, Chor und Orchester
Messe basse für Sopransolo, Frauenchor und Orgel
Cantique de Jean Racine für gemischten Chor und Orchester
Pavane für Orchester
Gabriel Fauré und André Messager: Messe des pêcheurs de Villerville für Frauenchor und Orchester

Nadine Balbeisi, Sopran | Michael Dahmen, Bariton
Chor und Sinfonieorchester der Universität zu Köln
Dirigenten: Stephan Hensen, Michael Ostrzyga, Alexander Schmitt
Gesamtleitung: Michael Ostrzyga